muniqué Sperrfrist bis Dienstag, 17. Februar 2004

„Die goldenen Schweissperle“

Generalversammlung der Berner Public Relations Gesellschaft (BPRG) vom 17. Februar 2004: Übergabe der Auszeichnung „Die goldenen Schweissperle“ an Jimy Hofer, Bronco, Buchautor, Musiker und Beizer

Die Berner Public Relations Gesellschaft (BPRG)
verleiht die
Goldene Schweissperle 2004
dem Bronco und Berner Original

JIMY HOFER

in Anerkennung seiner charismatischen Eigenschaften und seinen kommunikativen Fähigkeiten im Umgang mit wilden Jungs und ihrer bürgerlichen Umwelt. Mitglieder dieses Berufsverbandes ihre Anerkennung und ihren Respekt für eine Tätigkeit aus, die sie beispielhaft finden.

 

Max Werren, Laudator

 

die goldene Schweissperle

Jimy Hofer

Jimy Hofer und Fritz Sterchi

Mareike Fischer, Vize-Präsidentin
Fritz Sterchi, Präsident

 

Der Berner Jimy Hofer verdankt seine grosse Popularität drei Dingen: Er ist Mitglied und langjähriger Präsident des einstmals berüchtigten „Broncos Motorradclub Switzerland“. Er ist eine starke Führungspersönlichkeit, die mit überzeugender Rhetorik und vereinzelt auch mit kräftigen Fäusten argumentiert. Und er ist ein Erzähler, der illustre Kaderseminare bereichert und Fernsehmoderatoren ins Schwärmen bringt. Letzteres ist mithin der Grund, dass ihm mancher Kommunikationsprofi mit unverhehlter Begeisterung zuhört. Seine natürliche Unbefangenheit, seine ungekünstelte Sprache, aber insbesondere seine einfache Lebensphilosophie, die da heisst, „ig wott läbe wie ig wott“, sind Gewähr für spannende Unterhaltung, die vielfach einem Lernprozess gleich kommt. Dabei hat Jimy Hofer alles andere im Sinn, als jemanden zu belehren. Es ist ihm völlig egal, ob man seine Weltanschauung für richtig oder für falsch hält und er hält absolut nichts von Analysen, von Buchweisheiten oder von akademischen Zirkeln. Seine Weisheit kommt vielmehr aus dem Bauch, sein wichtigster Ratschlag, der ihm ins Leben mitgegeben wurde, stammt von seiner Mutter und im Extremfall können ihm die Leute sowieso am Ranzen hangen. Denn was für ihn wahr und richtig ist, muss für den Nächsten noch lange nicht stimmen.
In der Beurteilung der kommunikativen Fähigkeiten von Jimy Hofer kommt man nicht darum herum, vorhandene Klischeevorstellungen abzubauen. So stimmt es nicht, dass er seine Dialoge ausschliesslich mit seiner Harley Davidson austrägt, sein Wortschatz von Derbheiten geprägt ist und seine Umgangsformen Angst und Schrecken verbreiten. Der diplomierte Kältetechniker, der selbstständig Aufträge im nahen Osten ausführte und seine Ausbildung in England und Frankreich absolvierte, entpuppt sich beim näheren Zusehen und Zuhören als liebenswürdiger und aufmerksamer Gastgeber mit dem unwiderstehlichen Charme eines Berner Sennenhundes. Man glaubt ihm aufs Wort wenn er erzählt, dass sein vergessener und daher völlig improvisierter Vortrag als Stift in der Gewerbeschule zum Thema Expansionsventil die Lehrer noch nach Jahren zur Verzückung brachte. Und er bei seinen Fernsehauftritten im „Zischtigsclub“ erst unmittelbar vor Sendebeginn über den Inhalt aufgeklärt wird, um seine Spontaneität nicht zu beeinflussen. Dabei ist seine Sprache überlegt und gewählt, seine Argumente plausibel und er geht auf seine Dialogpartner ein. Gewiss, er unterstreicht gelegentlich Aussagen, indem er von seinem Barhocker aufsteht und dann in seiner ganzen Grösse und Stärke jeglichen Anflug von geistigem, geschweige denn körperlichem Widerstand im Keim unterdrückt. Schon möglich aber, dass dies noch Automatismen aus seiner Zeit als Jungrocker sind.
Es ist so eine Sache mit den so genannten Originalen. Die einen lehnen die konventionellen Gesellschaftsnormen ab, weil sie ihnen zu anpässlerisch erscheinen. Die anderen betrachten sich als permanente Revolutionäre, die die Welt von ihren missionarischen Ideen überzeugen wollen. Jimy Hofer sagt von sich, dass er nicht anders sein wolle, sondern einfach anders sei. Dass er seine weltoffene und friedfertige Grundhaltung, nämlich den Respekt gegenüber anderen Mitmenschen, ihrem Besitz und ihren Gefühlen mit burschikosem Auftreten, schwarzer Lederkleidung und langen Haaren vertritt, beinhaltet für ihn keine Widersprüche. Er hat keine Mission, er ist sich selber.
In seinem herzerfrischenden Buch „Jimy Hofer – ein Leben als Bronco“ schreibt er ganz am Schluss vom Ratschlag seiner Mutter: „Das wichtigste im Leben ist, dass man liebe Menschen um sich hat.“ Diese Weisheit hat sich vollumfänglich auf den Sohn übertragen.
Max Werren

PS. Es war eine humorvolle und treffende Laudatio von Max Werren. Jimy Hofer nahm den Preis sichtlich gerührt in Empfang. Die Wappenscheibe wurde von Martin Halter für Jimy Hofer treffend kreiert. Und als Jimy und ich das Hotel Bellevue verliessen, meinte er trocken "Siehst du, dass ist der erste Schritt in Richtung Nobelpreis". So ist eben Jimy - bescheiden und charmant... und um einen Spruch nie verlegen...
Rosie - www.einfachlesen.ch